Das sind die schönsten Open Air Kinos in Europa

Das sind die schönsten Open Air Kinos in Europa

Das Cinéma Paradiso Louvre in Paris. (Foto: Courtesy of Cinéma Paradiso Louvre / Boby für mk2)

Seit den frühen Tagen des Kinos träumten Menschen davon, Filme unter freiem Himmel zu erleben. Bereits in den 1910er und 1920er Jahren entstanden in den USA und Europa erste Freiluftkinos – sogenannte „Open Air Cinemas“ –, die das gemeinschaftliche Filmerlebnis aus dunklen Sälen hinaus in die Nacht verlagerten. In den 1950er Jahren erlebte das Format seinen ersten großen Boom, als allein in Amerika Tausende von Drive-in-Kinos aus dem Boden schossen. In Europa hingegen entwickelte sich eine eigene, elegantere Tradition: Stadtparks, antike Ruinen, Burghöfe und Hafenpromenaden wurden zur Leinwand, der Sternenhimmel zur Decke.

Heute erleben Freiluftkinos eine bemerkenswerte Renaissance. Nach Jahrzehnten, in denen Streaming-Dienste und Multiplex-Kinos das klassische Kinoerlebnis unter Druck gesetzt haben, sehnen sich immer mehr Menschen nach etwas, das kein Heimbildschirm bieten kann: Atmosphäre und Gemeinschaft. Dazu sinkt an sonnigen Tagen oder auch schönen, lauen Sommerabenden fairerweise die Motivation für einen Kinobesuch in geschlossenen Räumen. Wer trotzdem Lust auf Filme, Snacks und eine einzigartige Kulisse als Extra hat, den können die folgenden Freiluftkinos glücklich machen. Auf den Sommer muss man hier nämlich nicht verzichten.

Cinéma Paradiso Louvre – Paris, Frankreich

Vier Abende im Jahr verwandelt sich der Cour Carrée des Louvre in ein Open-Air-Kino unter freiem Pariser Himmel. Das Festival entstand 2019 aus der Zusammenarbeit des Kinounternehmens mk2 und des Louvre-Museums und hat sich seitdem zu einem festen Sommerhighlight der Stadt entwickelt. 2.500 sind Zuschauer:innen eingeladen, Kinoklassiker und aktuelle Werke auf einer Riesenleinwand zu erleben – ergänzt durch Konzerte, DJ-Sets, Bars und Food Trucks. Gezeigt werden Kultfilme und Premieren, die thematisch mit den aktuellen Ausstellungen des Museums korrespondieren. Das Besondere: Der Eintritt ist zwar kostenlos, Tickets werden aber ausschließlich über eine Online-Verlosung vergeben. Wer das Glück hat, einen Platz zu ergattern, sitzt für einen Abend mitten in einem der berühmtesten Museen der Welt und schaut Filme unter den Sternen von Paris.

Pantalla Pavelló – Barcelona, Spanien

Manche Kulissen sind so außergewöhnlich, dass der Film fast zur Nebensache wird. Der Barcelona-Pavillon von Ludwig Mies van der Rohe ist eines der wichtigsten Bauwerke der Moderne, errichtet für die Weltausstellung 1929 und später originalgetreu rekonstruiert. Jeden Sommer verwandelt sich seine Travertinwand in eine Kinoleinwand. Die Filmreihe Pantalla Pavelló besteht seit 2016 und zeigt kuratierte Werke, die Kino und Architektur miteinander verbinden. Jede Edition steht unter einem eigenen thematischen Motto; 2024 etwa drehte sich alles um das persönliche Erbe berühmter Architektenkinder, 2025 um die Frage, wie unsere Wohnräume uns formen. In diesem Jahr steht die Filmreihe unter dem Motto „Barcelona“. Die Tickets kosten gerade einmal zwei Euro und sind regelmäßig ausverkauft.

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Filmfestival Locarno – Locarno, Schweiz

Seit 1946 feiert das Filmfestival Locarno das Kino in all seinen Formen und zählt damit zu den ältesten Filmfestivals der Welt. Im Herzen des Festivals liegt die Piazza Grande, Europas größtes Open-Air-Kino mit Tausenden von Plätzen und einer der größten Leinwände weltweit. Die ikonische Leinwandkonstruktion wurde Anfang der 1970er Jahre vom Tessiner Architekten Livio Vacchini entworfen, eine filigrane Gitterkonstruktion, die heute sogar auf der Schweizer 20-Franken-Note abgebildet ist. Jeden Abend kommen rund 8.000 Zuschauer:innen zusammen, um Weltpremieren und internationale Filmkunst unter dem Sternenhimmel des Tessins zu erleben. Das Zusammenspiel aus historischer Altstadt, Alpenpanorama und Weltkino macht Locarno zu einem Erlebnis.

Eine Kinoleinwand im Herzen vom Locarno in der Schweiz. (Foto: Courtesy of Locarno Film Festival)

Cine Paris – Athen, Griechenland

Das Cine Paris wurde 1920 von einem griechischen Friseur gegründet, der mehrere Jahre in Paris gelebt hatte und von der Stadt so begeistert war, dass er ihr zu Hause ein Denkmal setzen wollte. Seitdem hat das Kino im historischen Viertel Plaka eine bewegte Geschichte hinter sich: Es wurde wegen finanzieller Schwierigkeiten geschlossen, 1986 vom Kioskbesitzer der gegenüberliegenden Straßenseite neu eröffnet und nach der Corona-Pandemie im Frühjahr 2024 aufwendig restauriert wiedereröffnet – heute wird es von der griechischen Streaming-Plattform Cinobo betrieben. Von der Dachterrasse aus blickt man direkt auf die erleuchtete Akropolis, ein Ausblick, der seit über hundert Jahren Einheimische und Besucher:innen gleichermaßen in seinen Bann zieht.

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Freiluftkino Friedrichshain – Berlin, Deutschland

Das Freiluftkino Friedrichshain ist eines der größten Open-Air-Kinos in Berlin und bietet rund 2.000 Kinogänger:innen Platz. Seit Jahren ist es ein fester Bestandteil der Berliner Sommerkultur: Das Programm reicht von aktuellen Arthouse-Produktionen und Festivalgewinnern bis hin zu Publikumslieblingen und Klassikern. Picknickdecken ausbreiten, Snacks holen, Film genießen – das Freiluftkino Friedrichshain steht für ein unkompliziertes, gemeinschaftliches Kinoerlebnis, das den Sommer in der Stadt feiert.

Entspannt auf der Picknickdecke in Berlin. (Foto: Courtesy of freiluftkino.berlin)

Filmnächte am Elbufer – Dresden, Deutschland

Die Geschichte der Filmnächte am Elbufer beginnt im Jahr 1990 mit dem ersten Open-Air-Kino im Alaunpark, organisiert von der Filminitiative Dresden. Seitdem sind sie zu einem der bedeutendsten Sommer-Events Deutschlands gewachsen, mit rund 150.000 Besucher:innen pro Jahr und einem rund 60-tägigen Programm aus Filmen, Konzerten und besonderen Veranstaltungsformaten. Direkt an der Elbe, gegenüber von Frauenkirche und Semperoper, erlebt man hier Sommerabende, die die Dresdner Barocksilhouette als natürliche Bühne nutzen.

Großes Kino – mit Blick auf Dresden. (Foto: Moritz Bechert)