Ein Dreieck für den Sommer: Über das Comeback der Bandana-Looks

Ein Dreieck für den Sommer: Über das Comeback der Bandana-Looks

Ein Bandana schützt nicht nur vor der Sonne, sondern ist auch ein wirkungsvolles Accessoire. (Foto: Getty Images)

Es ist nur ein kleines Stück Stoff, aber es kann einen ziemlich starken Eindruck machen. Ob als Gürtel um die Hüfte oder als Tuch um den Hals gewickelt, als Akzent am Taschenhenkel oder als Ersatz zum Haargummi. Am meisten fällt ein Bandana oder ein Foulard auf, wenn man es zum Dreieck faltet und um den Kopf wickelt.

Eben dieser Look wird gerade wiederentdeckt. Die Schauspielerin Sarah Pidgeon ist mit Bandana im Haar in einer Szene in der Serie „Love Story: John F. Kennedy Jr. & Carolyn Bessette“ zu sehen, und erinnerte damit an ein favorisiertes Haarstyling der echten Carolyn Bessette-Kennedy. Die trug in den späten 90er-Jahren mehrmals ein um den Kopf geknotetes Tuch, und sie war nicht die einzige: Vor allem die klassische Variante mit Paisley-Muster war ein Lieblingsaccessoire von Pop- und Hip-Hop-Stars der späten 90er- und frühen 00er-Jahre, wie Aaliyah, Christina Aguilera, Justin Timberlake. Die beste Freundin der Hauptfigur Cher Horowitz Dionne im Film „Clueless“ trägt Bandana, Carry Bradshaw in einer Folge von „Sex and the City“ ebenfalls.

All diese Figuren und Persönlichkeiten, die Musik, die Geschichten und natürlich die Mode werden schon seit einigen Jahren wiederentdeckt – dass eine neue Generation auch das Bandana wieder in ihre Garderobe aufnehmen würde, war nur eine Frage der Zeit. In der aktuellen Kampagne zur Kooperation der Wäschemarke Hanro mit der Berliner Künstlerin Charlotte Adam wird ein buntes Tuch zum locker sitzenden Kopftuch geknotet. In der aktuellen Celine-Kollektion werden Seidentücher zu fast jedem Look kombiniert.

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Das klassische Bandana, meist mit Paisley-Muster verziert, hat seinen Ursprung in Indien und in einer Jahrtausende alten Färbetechnik namens bandhani: indische Textilkünstler versahen auf diese Weise Seiden- und Baumwolltücher mit lebendigen Mustern. Englische und flämische Handelskompanien importierten diese Stücke nach Europa, wo sie von Tabak-Schnupfern gerne als Taschentücher verwendet wurden (aufgrund der bunten Farben waren die dunklen Flecken weniger sichtbar). Bald produzierten die Europäer ihre eigenen Tücher und auch in den USA verbreitete sich das Accessoire, gehörte zur Ausstattung von Cowboys, Soldaten und Banditen gleichermaßen. 

Modische Inspiration kann man sich auch von Fotos des alten Jetsets der 1960er-Jahre holen: Jacqueline Kennedy-Onassis im Urlaub auf Capri, Audrey Hepburn heiratete sogar mit einem Foulard um den Kopf. Je nachdem, wie man es bindet und knotet, sieht es eleganter oder lässiger aus: die Variante mit Knoten unter dem Kinn wird gerne als Babushka-Look bezeichnet, weil sie an die typischen russischen Holzfiguren erinnert. Die Variante mit Knoten am Hinterkopf erinnert an die Stylings der 90er. 

Das Tuch erfüllt dabei immer einen ähnlichen Zweck: Es schmück mit wenig Aufwand, bringt Muster und Farbe in einen Look, es schützt vor der Sonne und Wind. Das leichte Material, die bunten Farben, der betont-legere und mädchenhafte Look haben es schon immer zum perfekten Sommer-Accessoire gemacht. Und es passt perfekt zur aktuellen Vorliebe der Gen-Z für schmale, kompakte und oft Dreiecksförmige Tücher und Schals, die vielseitig eingesetzt werden können. Carolyn Bessette-Kennedy hatte einen Favoriten mit Blumenmuster von Gucci, aber im Grunde tut es jedes Modell aus der Tücherkiste im Vintage-Laden. Auch mit kleinem Investment macht es großen Eindruck.