Greta Hofer über Steine und Metall, New York und Wien

Greta Hofer über Steine und Metall, New York und Wien

Greta Hofer beantwortet den „What’s Your Reference?“-Fragebogen. (Foto: Adriano Russo)

Im Zeitalter der KI, in dem Feeds und Kanäle von immer gleichen Inhalten und Bildern geprägt werden, gewinnen persönliche Referenzen, über Jahre gesammelt und verfeinert, zunehmend an Bedeutung. In unseren 13 Fragen erzählen Kreative, Tastemaker und Meinungsmacher:innen von den Bildern und Ideen, die sie in ihrem Berufs- und Privatleben inspirieren – und ihren persönlichen Geschmack nachhaltig geprägt haben.

Ein:e Modedesigner:in, der:die Ihnen dabei geholfen hat, Ihren eigenen Stil zu finden?

Raf Simons. Ich habe viel mit ihm gearbeitet und unsere Gespräche haben mich sehr inspiriert. Besonders seine Art, über Kleidung und Gestaltung nachzudenken, hat meinen eigenen Blick auf Stil geprägt.

Welches Buch verschenken Sie gerne an andere?

„Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse. Ich habe das Buch schon mehrmals gelesen und verschenke es sehr gerne, weil es ein schönes Buch für ganz unterschiedliche Lebensphasen ist. Je nachdem, wo man gerade im Leben steht, nimmt man etwas anderes daraus mit.

Was ist Ihr Lieblingsstück in Ihrer Einrichtung oder Ihr Lieblingsmöbelstück in Ihrem Zuhause?

Ein selbstgeschweißter Couchtisch aus Metall. Ich habe ihn gemeinsam mit einem sehr guten Freund angefertigt und liebe es, Dinge selbst herzustellen und sie anschließend in meiner Wohnung zu haben. Dadurch bekommt ein Möbelstück für mich einen ganz anderen persönlichen Wert als etwas, das man einfach kauft.

Welches Gebäude versetzt Sie immer wieder in Staunen?

Kein bestimmtes Gebäude, aber ich liebe die Architektur der alten Gebäude in Wien.

Oper, Ballett, Theater – welche dieser Kunstformen gefällt Ihnen am besten und warum?

Ballett. Die Disziplin und das Durchhaltevermögen der Tänzer:innen finde ich sehr inspirierend. Von diesen Werten lasse ich mich auch in meinem eigenen Alltag gerne inspirieren.

Welche Fernsehfigur haben Sie als Kind bewundert?

Ronja Räubertochter, wegen ihrer Unabhängigkeit, ihres Mutes und ihrer Verbundenheit mit der Natur.

Welcher Film hat einen besonderen Platz in Ihrem Herzen?

„Lost in Translation“ von Sofia Coppola. Der Film ist sehr schön gefilmt und hat eine sehr ruhige Atmosphäre. Ich finde mich auch in gewisser Weise darin wieder, weil ich sehr oft im Ausland bin, einige Zeit in Tokio verbracht habe und dort – wie auch an anderen Orten – viel allein unterwegs bin.

Welche Ausstellung hat Sie besonders geprägt?

„You Never Did Anything Wrong“ von Nan Goldin. Ich habe die Ausstellung vor ein paar Jahren in New York gesehen und sie hat mich seitdem nicht mehr losgelassen. Sie hat meinen Blick darauf verändert, wie intim Fotografie sein kann und ich denke noch heute sehr oft daran.

Wer ist Ihr:e Lieblingsfotograf:in?

Ruth Bernhard. Mich fasziniert besonders, wie sie mit Licht, Körpern und Formen arbeitet. Ich finde das sehr inspirierend und glaube, dass man diesen Einfluss auch in meinen eigenen fotografischen Arbeiten wiedererkennt.

Welches Material berühren Sie am liebsten immer wieder?

Metall. Ich mag, dass es gleichzeitig roh und sehr fein sein kann – je nachdem, wie man damit arbeitet. Vielleicht liegt mir das auch deshalb so nahe, weil ich gerne selbst Dinge daraus anfertige.

Was sammeln Sie am liebsten?

Steine. Ich habe schon als Kind angefangen, Steine zu sammeln, wenn ich mit meiner Familie in der Natur oder auf Bergtouren war. Ich finde es schön, dass manche kleine Eigenheiten und Hobbys einen durchs ganze Leben begleiten.

Welche Stadt inspiriert Sie immer wieder am meisten?

New York. Seit ich New York das erste Mal erlebt habe, habe ich in jeder Stadt und in jedem Land, in dem ich war, immer wieder nach etwas von New York gesucht. Ich bin sehr froh, dass ich mittlerweile hier lebe und die Energie der Menschen und der Stadt jeden Tag um mich herum spüre.

Welches Musikvideo hat Ihre ästhetische Wahrnehmung geprägt?

„Cellophane“ von FKA twigs. Ich finde das Video sehr emotional und gleichzeitig sehr reduziert. Besonders die Verbindung von Körper, Bewegung, Licht und Intimität hat meine ästhetische Wahrnehmung stark geprägt.