The New Grand Tour – „The Carlton“ in Mailand

The New Grand Tour – „The Carlton“ in Mailand

Der überdachte Innenhof des Carlton Hotels. (Foto: Courtesy of Rocco Forte Hotels)

Mailand, warum bitte ausgerechnet Mailand? Warum hat sich von den zahlreichen europäischen Großstädten vielleicht kaum eine andere im Laufe der vergangenen zehn Jahre so sehr verändert wie diese Metropole im Nordwesten Italiens? Es gibt viele Gründe dafür. Natürlich hat der Brexit ein paar in London reich gewordene italienische Banker zurück in ihre Heimat getrieben. Und selbstverständlich haben die italienischen Steuerbehörden mit einigen finanziell verführerischen Gesetzen noch weitere Reiche und Superreiche in die Stadt gelockt. Dass sich dieses wählerische Klientel jedoch in Mailand und nicht in Malta oder einer anderen, noch großzügigeren europäischen Steueroase niedergelassen hat, dürfte andere Gründe haben. Kulturelle Gründe.

Denn Mailand ist aufgewacht aus einem Dämmerschlaf jahrzehntelanger Selbstzufriedenheit. Es war vermutlich die Expo im Jahr 2015, die die da Stadt damals daran erinnerte, dass sie doch eine Weltstadt sein könnte. Dass sie mehr ist als Business und nochmal Business, mit Verdi als Kultur-Alibi. Es waren mutige Architekt*innen und Stadtplaner*innen, die ganze Stadtviertel neu erfunden haben. Es war die „Fondazione Prada“, die 2015 in einer von Rem Kolhaas umgestalteten Gin-Destillerie ein permanentes Zuhause fand und der Stadt damit ein wegweisendes Zentrum für Gegenwartskunst schenkte. Es waren die Ambitionen der Bocconi-Universität, die weltweit zu den Top-Schulen für Management und Business gilt. Und es ist in diesen Tagen eine Luxus-Hotellerie-Szene, die sich mit jener in anderen Metropolen messen kann.

Aktuelles Beispiel dafür ist die Neueröffnung einer in die Jahre gekommenen klassischen Mailänder Hotel-Adresse: das „Carlton“. Gebaut wurde es im Jahr 1961, nun ist es das siebte italienische Haus im Portfolio des Hotel-Unternehmers Sir Rocco Forte und seiner Schwester Lady Olga Polizzi. Um die 60 Millionen Euro wurden investiert und das ursprüngliche Gebäude mit dem Nebenhaus verbunden, um den Ort nicht nur aufzupolieren, sondern grundlegend neu zu denken und entsprechend neu zu gestalten.

Foto: Courtesy of Rocco Forte Hotels

So geschehen inmitten des „Quadrilatero della Moda“, wie das Shopping- und Modezentrum zwischen der Via Montenapoleone, der Via Manzoni und der Via della Spiga heißt. Mit 71 Zimmern und Suiten, gestaltet im Stil privater Mailänder Residenzen, setzt „The Carlton Milan“ auf elegante Zurückhaltung und detailverliebte Innenarchitektur, die die Handschrift von Olga Polizzi, Kreativdirektorin der Gruppe, sowie der Innenarchitekten Paolo Moschino und Philip Vergeylen trägt.

Foto: Courtesy of Rocco Forte Hotels

Warme Farben und ausgesuchte Materialien schaffen eine Atmosphäre, die zugleich großzügig, individuell und unverkennbar milanesisch ist. Herz des Hauses ist ein intimer und überdachter Innenhof, der gerade während der Modewochen oder auch der jüngst zu Ende gegangenen Olympischen Spiele als eine Art Bühne für „People Watching“ fungiert.

Foto: Courtesy of Rocco Forte Hotels

Und während man im „Cafe Floretta“ morgens zu „Omelette Carbonara“ und Mittags zu „Carlton Club Sandwich“ zusammenkommt, geht man zum Dinner ins Restaurant „Spiga“, das vom kulinarischen Creative Director der Rocco-Forte-Gruppe Fulvio Pierangelini geführt wird. Inmitten einer der derzeit aufregendsten Städte Europas vereint das „Carlton" die Vornehmheit eines italienischen Grand Hotels mit dem Komforts eines modernen Luxushauses, zu dem ein Spa mitten in der Innenstadt ganz selbstverständlich dazugehört. Was die Stadt seit jeher so besonders machte, diese so magische Mischung aus Ästhetik und Pragmatismus, ist dort heute relevanter denn je. Im „The Carlton Milan“ wird sie spürbar.