Warum Luisa Dames nicht genug von Berlin bekommen kann

Warum Luisa Dames nicht genug von Berlin bekommen kann

Luisa Dames beantwortet den „What’s Your Reference?“-Fragebogen. (Foto: Mustafah Abdulaziz)

Im Zeitalter der KI, in dem Feeds und Kanäle von immer gleichen Inhalten und Bildern geprägt werden, gewinnen persönliche Referenzen, über Jahre gesammelt und verfeinert, zunehmend an Bedeutung. In unseren 13 Fragen erzählen Kreative, Tastemaker und Meinungsmacher:innen von den Bildern und Ideen, die sie in ihrem Berufs- und Privatleben inspirieren – und ihren persönlichen Geschmack nachhaltig geprägt haben.

Ein:e Modedesigner:in, der:die Ihnen dabei geholfen hat, Ihren eigenen Stil zu finden?

Auf jeden Fall Designer:innen wie Miuccia Prada, Jil Sander und Tom Ford. Diese Namen stehen für mich für jahrelange Kontinuität, Innovation, Intelligenz und Kultur.

Welches Buch verschenken Sie gerne an andere?

Ich verschenke oft „In Praise of Shadows“ von Jun'ichirō Tanizaki. Es ist zwar ein sehr kurzes Buch, aber es bleibt im Gedächtnis. Ich liebe die Art und Weise, wie er Schönheit durch Licht, Schatten, Material und Zeit beschreibt.
Das letzte Buch, das ich gelesen und geliebt habe war „Zauber der Stille: Caspar David Friedrichs Reise durch die Zeiten“ von Florian Illies. Ich liebe Florians Einbettung von historischen Fakten, die sich wie ein Roman lesen lassen. Es ist ein sehr ruhiges und starkes Buch.

Was ist Ihr Lieblingsstück in Ihrer Einrichtung oder Ihr Lieblingsmöbelstück in Ihrem Zuhause?

Ein Schuhschrank, den mein Ehemann für mich designt hat. Er war sein Geschenk zu meinem 35. Geburtstag.

Welches Gebäude versetzt Sie immer wieder in Staunen?

Das Gebäude, in dem sich unser Aeyde-HQ befindet, ist ein ganz besonderes ehemaliges Gemeinschafts- und Kulturzentrum, das während der DDR-Zeit in Ostdeutschland erbaut wurde. Es wurde 1954 von Hermann Henselmann entworfen und ist ein bemerkenswertes Beispiel für den Nachkriegsmodernismus, das eine ganz eigene Geschichte Ostberlins in sich trägt. Ich finde es faszinierend, dass ein Gebäude, das rund um die Idee der Gemeinschaft und des Alltagslebens entstanden ist, nun das Aeyde-Haus beherbergt und uns die Möglichkeit gibt, diese Geschichte auf neue Weise fortzuschreiben.

Oper, Ballett, Theater – welche dieser Kunstformen gefällt Ihnen am besten und warum?

Alle drei. Berlin hat einer der reichsten Kulturlandschaften Europas. Wir haben allein drei Haupt-Opernhäuser, jedes mit seiner eigenen Geschichte und seinem eigenen Charakter. Ich gehe oft zur Staatsoper „Unter den Linden“.

Welche Fernsehfigur haben Sie als Kind bewundert?

Astrid Lindgrens Charaktere, vor allem Ronja Räubertochter und Pippi Langstrumpf.

Welcher Film hat einen besonderen Platz in Ihrem Herzen?

„Pulp Fiction“ mit Uma Thurman und „Factory Girl“ mit Sienna Miller.

Welche Ausstellung hat Sie besonders geprägt?

Ich habe die Gerhard Richter-Ausstellung in der Louis Vuitton-Fondation in Paris letztes Jahr geliebt. Es war das erste Mal, dass ich eine so umfassende Präsentation seiner Arbeit an einem Ort gesehen habe. Es war faszinierend, die Entwicklung seiner Arbeit über die Jahrzehnte zu sehen.

Wer ist Ihr:e Lieblingsfotograf:in?

Wolfgang Tillmans.

Welches Material berühren Sie am liebsten immer wieder?

Vielleicht ist das zu offensichtlich, aber ich liebe Leder. Es ist ein Material mit einem sehr speziellen Geruch und einer sehr speziellen Haptik.

Was sammeln Sie am liebsten?

Ich sammle seltene Espressotassen von allen Orten, die ich bereise. Stand jetzt haben wir schon eine gute Sammlung aus aller Welt.

Welche Stadt inspiriert Sie immer wieder am meisten?

Berlin. Die Stadt gibt Aeyde seine Tiefe und Unabhängigkeit. Berlin ist zugänglich, offen, intellektuell und weiß, wie man Spaß hat. Genau so würde ich auch den Aeyde-Kunden beschreiben.

Welches Musikvideo hat Ihre ästhetische Wahrnehmung geprägt?

Michael Jackson „In the closet“ mit Naomi Campell in der Hauptrolle.