In bin in Brüssel als Jüngster von vier Geschwistern aufgewachsen - und war so etwas wie der Entertainer der Familie. Dieses Foto von mir (unten links) hat meine Cousine Pamela Berkovic gemacht, die heute Modefotografin ist: Ich war etwa sieben Jahre alt und trage ihr Fiorucci-T-Shirt. In unserem Haus gab es eine Kostümkiste, ich habe ständig Klamotten anprobiert oder sie zerschnitten. Das hat meine Faszination für Stoffe und die Sprache der Mode früh geprägt.
Den Film „Kill Bill: Vol. 1" (unten rechts) habe ich zum ersten Mal mit zwölf oder 13 Jahren gesehen. Er hat mir Quentin Tarantino und seine typische Mischung aus Ernst und Humor nahegebracht und meine Sehnsucht nach Japan entfacht. Uma Thurmans gelbe Asics habe ich nachgekauft – ich war so stolz, als ich sie tragen durfte.

Ich habe Modedesign an der La Cambre studiert, ganz in der Nähe meines Elternhauses. Für meine Abschlusskollektion im Jahr 2016 habe ich mich von Showgirls nach ihrem Auftritt inspirieren lassen. Dieser Look (unten rechts) ist ein Einteiler: ein Kapuzen-Bademantel trifft auf die glitzernden Stoffe eines Bühnenkostüms.Ganz ähnliche Perückenkappen habe ich übrigens später auch für mein Womenswear-Debüt bei Dries Van Noten verwendet.
2014 habe ich eine Studienpause eingelegt, um ein Jahr in Paris bei Kenzo zu arbeiten, damals unter der kreativen Leitung von Humberto Leon und Carol Lim. Zum Abschied schenkten sie mir diesen Prototyp eines Leder-Weekenders (unten links). Heute wirkt die Tasche fast antik, so oft habe ich Sie getragen.

Als Teenager war ich ein großer Fan von John Galliano. Als er 2014 zum Creative Director von Maison Margiela ernannt wurde, wollte ich unbedingt dabei sein. Nur wenige Tage vor seiner Couture-Show im Herbst 2015 begann ich ein sechsmonatiges Praktikum. Eine meiner ersten Aufgaben war es, kobaltblaues Pigment auf echte Muscheln aufzutragen, die für dieses Mieder (unten rechts) verwendet wurden. Die Zeit bei Margiela hat meinen Blick verändert: Alles diente dem Storytelling.
Ähnlich interpretiere ich die Fotografien von Cindy Sherman. Ihre Arbeit zeigt die transformative Kraft von Kleidung – etwas, das mich bis heute beschäftigt. In Porträts wie diesem (unten links) drückt sie ohne Worte viel aus.

Als ich 2024 Kreativdirektor bei Dries Van Noten wurde, zog ich in Dries' ehemaliges Büro im Antwerpener Hauptsitz. Nach und nach räumte er seine Dinge aus, und ich brachte meine hinein – etwa dieses Kunstwerk (unten rechts) meines Großvaters Leo Klausner aus den späten 1960er-Jahren. So steht etwas Persönliches neben Objekten von Dries, wie den bronzenen Elefanten des belgischen Bildhauers Jean-Marie Gaspar. Dries nannte ihn scherzhaft „den Elefanten im Raum": ein guter Eisbrecher, wenn Meetings ins Stocken geraten.
Meine erste Runway-Show fand im vergangenen März im Palais Garnier in Paris statt. Um den Moment zu würdigen, haben wir T-Shirts entworfen für das Team und die Models, (unten links) hier an Marta zu sehen.

In meiner Freizeit koche ich gern. Ich höre Podcasts und schalte beim Gemüseschneiden ab. Diese Pasta (unten rechts) habe ich einmal für einen Freund gemacht, mit Tiefkühl-Erbsen und einer Packung Pilze. Manchmal wird es großartig, manchmal nicht – mir geht es um die Freude am Prozess.
Ich bin kein leidenschaftlicher Sammler, aber ich liebe Schalen und Aschenbecher aus Muranoglas (unten rechts). Mein erstes Stück habe ich vor etwa 15 Jahren auf einem Flohmarkt gekauft.

Letzten Sommer war ich zum ersten Mal mit Freunden auf Jamaika. Dieses Foto (oben links) entstand in der „Pelican Bar« am Treasure Beach, eine Gegend, die im vergangenen Herbst vom Hurrikan Melissa getroffen wurde. Die Bar, die man nur mit dem Boot erreicht, wurde von einem Mann namens Floyd gebaut; sie wurde mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Ein Beispiel für jamaikanische Widerstandskraft und Lebensfreude.
Für meine zweite Womenswear-Show, die im September 2025 stattfand, habe ich mich von der Surfszene inspirieren lassen. Ein Tanktop mit Wellenprint haben wir in ein Abendkleid verwandelt (unten rechts).

Wenn wir Stoffe für eine neue Kollektion auswählen, befestigen wir sie auf kleinen Karten wie diesen (oben links), um zu sehen, wie sich Farbwelt und Motive entwickeln und wie sie zusammenwirken.
Der Fotograf Ulrich Knoblauch kam während der Anproben für meine erste Show vorbei, um den Entstehungsprozess zu dokumentieren. Dieses Foto (oben mittig) hat er von mir gemacht. Wahrscheinlich höre ich gerade eine Sprachnachricht ab. Ich arbeite sehr fokussiert, versuche aber zugleich, für Freunde und Familie erreichbar zu bleiben.
Im Gegensatz zu Dries habe ich keinen Garten, aber ich wohne über einem Pflanzengeschäft in Antwerpen. Draußen haben sie eine Glyzinie gepflanzt, und eines Tages wuchs ein kleiner Zweig bis auf meinen Balkon (oben links ). Ich habe ihn um das Geländer gewunden. Er blüht nur für etwa zwei Wochen Anfang Mai - genau zu meinem Geburtstag.